
Grünlandkompass: Wolliges Honiggras – flauschig, aber kein Gewinn fürs Grünland
Auf den ersten Blick wirkt das Wollige Honiggras eher unscheinbar. Taucht es auf deiner Grünlandfläche jedoch vermehrt auf, solltest du genauer hinschauen. Denn die Zeigerpflanze verrät einiges über den Zustand deines Standorts und kann auf Bewirtschaftungsprobleme hinweisen.
So erkennst du Wolliges Honiggras
Das Wollige Honiggras (Holcus lanatus) ist leicht an seinen typischen Merkmalen zu erkennen:
aufrechter, flaumig behaarter Halm
zwei bis drei deutlich behaarte Knoten
lockere Rispen, die weißlich bis leicht lilafarben schimmern
Vor allem die weiche Behaarung macht das Gras unverwechselbar.
Was sagt dir das Wollige Honiggras?
Das Wollige Honiggras gilt als klassische Zeigerpflanze für:
saure Böden
feuchte bis frische Standorte
Grünland mit später Nutzung
Breitet es sich stärker aus, sind die Bedingungen für leistungsstarke Futtergräser oft nicht optimal.
Warum solltest du handeln?
Für dein Grünland bringt das Wollige Honiggras nur wenige Vorteile. Es ist zwar ungiftig, besitzt aber mit einer Futterwertzahl von 4 nur einen geringen Futterwert. Durch die starke Behaarung wird es vom Vieh zudem nur ungern gefressen.
Bei einem massenhaften Auftreten kann es wertvolle Futtergräser verdrängen und so zu Ertrags- und Qualitätsverlusten führen.
So kannst du gegensteuern
Mit einer angepassten Bewirtschaftung kannst du die Ausbreitung des Wolligen Honiggrases begrenzen:
Staunässe durch eine funktionierende Drainage reduzieren
Fahrspuren vermeiden
bedarfsgerecht düngen
frühzeitig mähen
Weideflächen regelmäßig wechseln
So schaffst du bessere Bedingungen für hochwertige Futtergräser und stärkst deinen Bestand langfristig.
Das Wollige Honiggras ist weniger das eigentliche Problem als vielmehr ein Hinweis auf die Standortbedingungen deiner Fläche. Wenn du Zeigerpflanzen früh erkennst und die Ursachen behebst, kannst du die Futterqualität sichern und deinen Grünlandbestand nachhaltig verbessern.



